Spielbericht

Derbysieg nach wildem Schlagabtausch

Am Mittwochabend (13.05.) war es endlich soweit: Das mit Spannung erwartete Derby gegen den TSV Wennigsen stand auf dem Degerser Sportplatz an. Ursprünglich sollte die Partie bereits kurz vor Beginn der Winterpause stattfinden, musste damals jedoch witterungsbedingt verschoben werden. Das Nachholspiel am Vorabend von Himmelfahrt sorgte nun für beste Rahmenbedingungen: Rund 150 Zuschauer fanden den Weg auf den Degerser Sportplatz und sorgten für echte Derby-Atmosphäre.

Die Motivation war den Degerser Teufeln spürbar anzumerken. Nach der bitteren 0:1-Niederlage im Hinspiel wollten wir uns unbedingt revanchieren und starteten entsprechend fokussiert in die Partie. Von Beginn an waren wir präsent in den Zweikämpfen, wach und aggressiv gegen den Ball. Es entwickelte sich direkt ein intensiver Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten, die wie in Degersen üblich in den meisten Fällen aus Standardsituationen oder langen Bällen resultierten.

Bereits in der 6. Minute konnten wir uns für den starken Start belohnen: Nach einem Freistoß aus dem Halbfeld konnte Wennigsen nur unzureichend klären, Jordi Kästler brachte den Ball erneut scharf in die Mitte, wo Marvin Haake am zweiten Pfosten zur frühen 1:0-Führung einköpfte. Dies war bereits sein 17 Saisontreffer im 19. Spiel – Platz 6 in der Torjägerliste der Kreisliga Staffel 3.

Auch das 2:0 in der 20. Minute fiel nach einer Standardsituation. Erneut waren wir beim Kampf um den zweiten Ball griffiger als die Wennigser, Marvin Haake schirmte stark ab und legte zurück in den Rückraum auf Max Hagedorn, der den Ball flach unten rechts im Eck versenkte.

Die Freude über die Zwei-Tore-Führung hielt allerdings nicht lange: Nur zwei Minuten später kam Wennigsen nach einem Freistoß zum 1:2-Anschlusstreffer durch Spielertrainer Marcel Dunsing. Wir ließen uns davon jedoch nicht aus dem Konzept bringen und spielten weiter konsequent nach vorne. In der 32. Minute stellten wir den alten Abstand wieder her: Nach einem Einwurf verlängerte Max Hagedorn auf Kapitän Julian Schüffler, der zunächst noch am Keeper scheiterte, den Abpraller aber per Kopf zum 3:1 im Netz unterbrachte.

Doch auch diesmal schlug Wennigsen schnell zurück. In der 39. Minute führte eine clevere Aktion des Gästestürmers zu einem Strafstoß, den Lukas Kruppa zum 3:2 verwandelte. Mit diesem Spielstand ging es dann nach 45 ereignisreichen Minuten in die Halbzeitpause – 15 Minuten Zeit für alle Beteiligten, um einmal ordentlich durchzuschnaufen.

Nach Wiederbeginn blieb das Spiel zunächst genauso zerfahren, wie vor dem Pausenpfiff. In der 51. Minute nutzte der TSV den Moment aus und kam durch Julius Vogel zum 3:3-Ausgleich. Unsere Antwort folgte allerdings prompt: Per Doppelpass mit Jordi Kästler kombinierte sich Linus Kaspari auf der linken Seite bis zur Grundlinie durch und flankte den Ball anschließend auf den zweiten Pfosten, wo sich Max Hagedorn stark durchsetzte und aus kurzer Distanz den Ball über den Torwart hob – 4:3 (55.).

Nach dem erneuten Führungstreffer beruhigte sich das Spiel nun etwas. Beide Teams wechselten mehrfach, wir standen defensiv stabil und verteidigten die knappe Führung mit allem, was wir hatten. In dieser Phase des Spiels gab es jedoch noch einen Aufreger, als die Wennigser Mitte der zweiten Halbzeit vehement eine rote Karte für Degersens Innenverteidiger Felix Fechner forderten. Nach einem missglückten Abstoß brachte dieser Wennigsens Stürmer Julius Vogel als vermeintlich letzter Mann zu Fall. Da Innenverteidiger-Kollege Marc Tischer Vogel noch am Torschuss hätte hindern können, zückte Schiedsrichterin Caroline Kirchner lediglich die gelbe Karte.

In der 75. Minute folgte dann die vermeintliche Vorentscheidung: Nach einem Einwurf von Joel Wohlfarth rutschte der Ball durch zu Max Hagedorn, der blitzschnell reagierte und zum 5:3 einschob. Mit seinem dritten Treffer an diesem Abend avancierte er damit endgültig zum Derbyhelden. Und es hätte wohl kaum einen besseren Mann für die Rolle des Matchwinners im Derby geben können als Max Hagedorn, der als Degerser Urgestein bereits seit 2011 seinen Pass beim SVD liegen hat.

Doch natürlich blieb es in diesem Derby auch nach der erneuten Zwei-Tore-Führung noch dramatisch. Denn zehn Minuten vor Schluss verkürzte Julius Vogel noch einmal auf 5:4 und sorgte für eine nervenaufreibende Schlussphase. Diesmal ließen wir jedoch nichts mehr anbrennen, verteidigten leidenschaftlich und brachten den Vorsprung über die Zeit. Mit dem erlösenden Schlusspfiff stand der 5:4-Heimsieg für den SV Degersen fest!

Mit diesem Erfolg sichern wir uns nicht nur enorm wichtige Punkte für den Klassenerhalt, sondern feiern auch den ersten Pflichtspielsieg gegen Wennigsen seit mehr als 20 Jahren. Die letzten drei Punkte gegen Wennigsen gab es im September 2005, als sich die Degerser Teufel mit einem 5:1 zum Derbysieger krönten. Der somit als historisch zu bezeichnende Derbysieg ist das Resultat der starken positiven Entwicklung des Vereins in den vergangenen Jahren und unterstreicht, dass der SV Degersen – zumindest für den Moment – endlich wieder die Nummer 1 in Wennigsen ist!

Ein großes Dankeschön geht an unsere Fans für die starke Unterstützung am Seitenrand. Ihr habt uns bis zur letzten Minute gepusht und diesen Sieg mit möglich gemacht. Unser Dank gilt ebenso den Wennigser Fans und Spielern für den reibungslosen Verlauf der Partie. Ein intensives, aber jederzeit faires Derby mit gegenseitigem Respekt – so sollte sportliche Rivalität aussehen!

In der Tabelle sind wir nun bis auf drei Punkte an den Mühlenberger SV herangerückt und haben zudem noch ein Spiel mehr in der Hinterhand. Bereits am Sonntag um 15 Uhr folgt das direkte Duell auswärts gegen den Abstiegskonkurrenten, in dem wir mit einem Sieg an Mühlenberg vorbeiziehen und die Abstiegsplätze verlassen könnten. Auch dort brauchen wir wieder eure Unterstützung – gemeinsam für den Klassenerhalt!

Aufstellung SV Degersen:
Miotke – Müller, Tischer, Fechner, Kaspari (Papendick 74.) – Hagedorn (Mertens 79.), Schüffler, Wohlfarth, Flasbart (Helka 66.), Kästler (Bergmann 55.) – Haake

Tore:
1:0 Haake (6.), 2:0 Hagedorn (20.), 2:1 Dunsing (22.), 3:1 Schüffler (32.), 3:2 Kruppa (39.), 3:3 Vogel (51.), 4:3 Hagedorn (55.), 5:3 Hagedorn (75.), 5:4 Vogel (81.)

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